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WIE UND WARUM : der Hintergrund

Kompostieren

Der Kompost ist ein Mittel zur Bodenverbesserung, das bei der Verrottung organischer Abfälle entsteht. Kompost ist ein wertvolles Düngemittel. Nährstoffe und organische Substanzen, die durch Pflanzen dem Boden entzogen wurden, können in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden.

Er entsteht durch den Abbau organischer Substanz durch eine Vielzahl verschiedener Organismen, von Einzellern, Bakterien, Pilzen bis hin zu Insekten und Würmern. Die dabei ablaufenden (komplizierten chemischen) Vorgänge verlaufen im Prinzip genauso wie die Zersetzungs- und Umbauvorgänge in der Natur, mit denen alles Abgestorbene in den Natur-Kreislauf zurückgeführt wird. Kompostierung ist das älteste Recycling-Verfahren, das man kennt.

Kompost

Bei optimalen Verhältnissen besiedeln aerob arbeitende Mikroorganismen in großer Zahl den Kompost. Beim Abbau von Abfallstoffen tierischer und pflanzlicher Herkunft entstehen aus den in ihnen enthaltenen Kohlenhydraten und Eiweißstoffen neben Kohlenstoffdioxid und Wasser auch Ammoniumionen beziehungsweise Ammoniak und Sulfide. Die letztgenannten Verbindungen werden durch die mikrobielle Tätigkeit unter aeroben Bedingungen zu Nitrat und Sulfat oxidiert. Ist dieser Oxidationsprozess abgeschlossen, ist der Kompost "reif" und pflanzenverträglich - leicht zu kontrollieren über eine einfache Bestimmung von Ammonium- beziehungsweise Nitrat-Ionen: Kompost ist dann reif, wenn Sulfid- und Ammonium-Ionen nicht mehr nachweisbar sind.

Bei ihrer Stoffwechseltätigkeit setzen die Mikroorganismen soviel Energie frei, dass die Temperatur im Kompost bis auf Werte um 70 °C ansteigt und so Keime, Krankheitserreger oder unerwünschte Samen abgetötet werden. Mit fortschreitender Verrottung sinkt die Temperatur allmählich bis sie nach Wochen die Umgebungstemperatur erreicht hat.

Aus Reinhard Demuth, Chemie und Umweltbelastung, Vorlesung, Uni Kiel 1992


Hygienisierung

Durch die Hygienisierung werden die schon mit dem organischen Abfall eingebrachten Mikroorganismen weitgehend abgetötet. Dieser Prozess ist wichtig, weil dadurch auch Krankheitserreger wie Viren, Bakterien, Wurmeier u. a. abgetötet werden.

Es gibt zwei Möglichkeiten die Hygienisierung des Kompostes zu erreichen:

  • Der Kompost erreicht und behält 10 Tage lang eine Temperatur von 70 °C. Durch eine natürliche Kompostierung können diese Bedingungen nicht garantiert werden. Dieses Verfahren erfordert in der Regel spezielle Einrichtungen.
  • Die langsame Rotte des Kompostes über zwei Jahre garantiert, dass alle Pathogenen und Unkrautsamen abgetötet werden. Für diese Methode werden insgesamt nach drei Jahren drei Komposthaufen gebildet. Jedes Jahr im November wird aus dem zuletzt aktiven Komposthaufen ein neuer Haufen gemacht, der mit einer 20 cm-dicken Schicht Stroh abgedeckt wird. Er soll zwei komplette Jahre ruhen bis er bedenkenlos in den Garten eingebracht werden kann.

Goldene Regeln für den Kompost

Generell kommen auf den Komposthaufen alle Gartenabfälle zusammen (Grünschnitt, Laub, Äste gehäckselt oder ganz für die Belüftung) und Küchenabfälle (Schalen, Essensreste) sowie die Reststoffe aus den Trockentoiletten.

Kompost

Während des Baus und der Nutzung des Kompostes sollte auf folgende wichtige Aspekte geachtet werden:

  • Kontakt zur Erde: Der Kompost soll direkt auf der Erde sitzen, damit die Bodenlebewesen einwandern können.
  • Gleichgewicht zwischen tierischem und pflanzlichem Bestand: Am Anfang der Kompostierung soll das Kohlenstoff/Stickstoff (C/N) Verhältnis um 60 liegen. Zu wenig tierisches Material verlangsamt den Prozess, zu viel davon führt zu Fäulnis.
    • Pflanzlicher Bestand ist reich an Kohlenstoff und arm an Stickstoff. Es handelt sich um Gartenabfall, Holz, Laub, Stroh, Stängel, Blätter, Kämme etc.
    • Tierischer Bestand wiederum ist reich an Stickstoff und arm an Kohlenstoff. Es handelt sich um Küchenabfälle, Mist, menschliche Ausscheidungen oder Überreste von Tierleichen.
  • Luft und Feuchtigkeitsgrad: Da es sich bei der Kompostierung um ein aerobes Verfahren handelt (d. h. unter Luftzufuhr), sollte der Kompost gut belüftet sein, um Fäulnis zu vermeiden. Damit die Feuchtigkeit erhalten wird, soll er durch einen Kompostbehälter geschützt sein. Dieser kann zum Beispiel aus vier Euro-Paletten zusammengebaut werden. Der Kompost soll weder zu feucht noch zu trocken sein.
    • Ist er zu feucht, kann das Gleichgewicht mit dem Zusatz von trockenem Grünschnitt erreicht werden.
    • Ist er zu trocken, ist es vielleicht ein Zeichen, dass zu viel Sägespäne für die Streutoilette benutzt wurde. Das Gleichgewicht kann mit einer Entleerung der Streutoilette schon erreicht werden. Der Kompost kann auch leicht mit Wasser besprengt werden.
  • Die Zeit: ein Kompost mit Ausscheidungen soll zwei Jahre lang reifen bevor er in den Garten eingebracht wird.

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Erzeugte Wärme des Komposts verwerten

Jean Pain (1928 - 1981) kam unter anderem auf die Idee, die durch die Kompostierung erzeugte Wärme zu verwerten. Nach dieser Idee funktioniert der Biomeiler.

Terra Preta

Diese schwarze Erde aus anthropogenem Ursprung wurde in dem Amazonasgebiet entdeckt und ist ein Gemisch aus Holzkohle, Tonscherben und zahlreichen organischen Materialien wie Küchenabfällen, Knochen und Fäkalien. Es wird versucht, diese sehr fruchtbare Erde wieder herzustellen.