Häufig gestellte Fragen zur Kompostierung

Kann man die Toilettenreststoffe kompostieren?

Ja, es handelt sich um organisches, nährstoffreiches Material, das für die Kompostierung geeignet ist.
Die Fäkalien werden mit Einstreumaterial wie z.B. Holzspänen abgedeckt und im Toilettenbehälter gesammelt.
Das Einstreumaterial verhindert die Bildung von Gerüchen und absorbiert den Urin.
Die Nowato funktioniert ohne ein Belüftungssystem, da die Reststoffe nicht langfristig in dem Toilettenbehälter kompostiert werden.
Der Toilettenbehälter sollte regelmäßig geleert und die Reststoffe zu einem Kompost aufgesetzt werden.
Tipps für eine erfolgreiche Kompostierung:

  • Verwenden Sie eine vielfältige Mischung an kompostierbaren Materialien als Einstreu und beim Bauen der Komposthaufen.
  • Zerkleinern Sie das Einstreumaterial gut.
  • Sorgen Sie für eine gute Sauerstoffversorgung im Kompost, indem Sie ihn locker aufsetzen.
  • Der Kompost sollte nicht zu nass und nicht zu trocken sein.
  • Sorgen Sie für einen Schutz vor Austrocknung, Übernässung, Auskühlung, Insekten und Nagern.

Welche organische Materialien eignen sich für eine Kompostierung mit Toilettenreststoffen?

Gut gemischte Reststoffe aus dem Garten bilden meist gute Ausgangsstoffe.
Laub, Baum- und Strauchschnitt eignet sich sehr gut als Einstreu für die Komposttoilette sowie als Material für die Kompostierung, da es auch in vielen Gärten frei vorhanden ist. Des Weiteren eignen sich Küchenabfall, Strohhäcksel,
Gemüseabfall, Rindenmulch sowie auch Biokohle als gutes Einstreumaterial, welches die Kompostierung positiv beeinflusst.

Laub - Einstreu für KomposttoilettenLaub trocken gelagert wird als Einstreu für die Komposttoilette benutztLaub - excellenter Einstreu für Komposttoiletten

Wie kann man vorgehen?

Es gibt unterschiedliche Verfahren der aeroben biologischen Umsetzung:

Heißkompostierung

Temperaturen von 50-70°C; um solch hohe Temperaturen in der Kompostmiete zu erreichen, ist es empfehlenswert die Miete in einem Zug aufzusetzen.
Es sollte auch eine ausreichend große Miete ab 1m3 aufgesetzt werden, damit die entsprechenden Temperaturen erreicht werden.
Für eine Hygienisierung des Materials sollte der Kompost eine Woche lang eine Temperatur von über 50°C entwickeln.
Mit einem Kompostthermometer können Sie die Temperatur im Kompost messen.
Die Kompostmiete sollte nach der ersten Erhitzungsphase (ca. 14 – 28 Tage) umgesetzt werden, um das Material aufzulockern und Sauerstoff einzutragen.

Abbauphase: 50 – 70°C, ca. 4 Wochen
Umbauphase: ∼ 35°C, ca. 4 – 6 Wochen
Aufbauphase: Außentemperatur, weitere Vererdung, Bildung von stabilen Humusformen

Der Kompost kann nach ca. 2 Jahren im Gemüsebau verwendet werden, wenn während der Kompostierung

• über 1 Woche Temperaturen über 50°C
oder • über 1 Tag Temperaturen über 55°C

erreicht werden.

Langsame Rotte

Temperaturen von 20 – 40 °C; chargenweises Aufsetzen der Kompostmiete.
Regelmäßiges Lockern und Abdecken mit Strukturmaterial und Gartenerde, um insgesamt eine einheitliche Struktur zu bekommen.
Empfehlenswert ist eine 3-Kammer-Kompostwirtschaft.
Der langsamen Rotte sollte insgesamt mehr Zeit eingeräumt werden, damit das Material genügend um- bzw. abgebaut wird.

Der Kompost kann nach 4 Jahren Reifezeit als Dünger für den Gemüsebau verwendet werden.
Auf Zierflächen kann der Kompost nach einer Reifezeit von ca. 2 Jahren verwendet werden.

Flächenkompostierung und Mulchen

ungeeignet

Welche Kompostiersysteme eignen sich für den Garten?

Kompostmieten sind gut geeignet, wenn Sie folgende Kriterien beachten:

  • Ausreichende Luftzufuhr durch einen lockeren Aufbau der Materialien
  • Halbzylindrische Form mit einer Höhe von ca. 50 cm
  • Nagesicheres Bodengitter
  • halbschattiger Standort
  • reichlich mit Grünschnitt, Stroh oder Ähnlichem abdecken

Thermokomposter eignen sich gut für die Kompostierung von Fäkalien und bieten Schutz vor Witterungseinflüssen und Tieren.
Kriterien für die Auswahl:

  • Ausreichend Lüftungsöffnungen
  • Große Entnahmeöffnung
  • Nagesicheres Bodengitter
  • Chemikalienbeständiges und frostfestes Material
  • Stabile Ausführung
  • Leichte Entnahme des Gesamtinhalts

Enthalten Toilettenreststoffe Schadstoffe und in welchen Mengen?

Schwermetalle:
Der Gehalt an Schwermetallen in Urin und Fäzes liegt weit unter den Höchstmengen nach der Klärschlammverordnung oder Bioabfallverordnung und kann somit als unbedenklich eingestuft werden.

Krankheitserreger:
Ein seuchenhygienisches Risiko kann durch eine sachgerechte! Heißkompostierung (∼ 6 Monate)
mit anschließender Nachkompostierung (∼ 1-2 Jahre mit 1-2 maligem Umsetzen) ausgeschlossen werden.

Hormone und Medikamente:
Die Verteilung, Anreicherung in Böden und die Auswirkungen auf den menschlichen Körper
und Agroökosysteme von Hormonen und Antibiotika ist nicht genügend bekannt.
Die Relevanz der Problematik von Humanpharmaka in Komposttoiletten scheint jedoch nur in Einzelfällen gegeben.

Urin und Stuhl von chronisch erkrankten Patienten mit hoher Arzneimitteleinnahme
und von radio- oder chemotherapeutisch behandelten Patienten sollte vorbeugend nicht dem Gartenkompost hinzugefügt werden.

Laborversuche mit Trockentoiletten aus Japan bestätigen, dass sowohl bestimmte Östrogene
als auch ausgewählte Antibiotika in unterschiedlichen Zeiträumen abgebaut bzw. reduziert werden (Funamizu, 2006).

Wie erkenne ich einen guten Kompost?

  • Krümeliges, lockeres, feuchtes, braun bis schwarzes Substrat
  • Sollte nach Erde/pilzig riechen
  • Keimtest zur Überprüfung der Pflanzenverträglichkeit des Komposts mit Kresse, Gerste oder Blattsalat
    50% Kompost – 50% Gartenerde, 12 Tage feucht und warm halten, zeigen sich keine gelblichen oder bräunlichen Verfärbungen der Blätter und ein zügiges Wachstum, gilt der Kompost als pflanzenverträglich

Reifer Kompost - 3 Jahre alt - Humus

 

 

 

 

 

 

Wofür und wann kann ich den Kompost nutzen?

Der Kompost kann nach zwei Jahren Reifezeit als Dünger und Bodenverbesserungsmittel im eigenen Garten verwendet werden.
Sind Sie sich nicht sicher, ob der Kompost die angemessenen Temperaturen erreicht hat,
dann können Sie den Kompost erstmal als Dünger für Zierpflanzen verwenden.